nach einer kleinen Pause geht es weiter!

Hallo ihr Lieben, ich habe eine kleine Pause gemacht, da ich manchmal auch ein bisschen Abstand zu diesem Thema brauche. Ich wollte da weiter erzählen wo wir die Lieder für die Beerdigung ausgesucht haben: Meine Mama, mein Bruder und seine Freundin waren bei uns. Ich hatte schon am Abend vorher eine Menge trauriger Lieder gehört und mir eine Liste gemacht. Ich schrieb die Lieder, die mich am meisten berührten auf. Nun wollten wir zusammen entscheiden welche wir für die Beerdigung nehmen. Das erste Lied war eigentlich von Anfang an klar: Mr. Probz - Waves (Original) Es war mein Lieblingslied in der Schwangerschaft und auch nach Leanas Geburt habe ich mit ihr auf dem Arm zu dem Song getanzt. Es hat ihr immer sehr gefallen. Sie hat Ärmchen und Beinchen dazu bewegt. Wie süß sie dabei aus saß. An diesem Nachmittag ist zwischen mir und meinem Freund das Band noch stärker geworden. Ich hab in seine Augen geschaut und gewusst, dass wir es gemeinsam schaffen, es hat mir so viel Hoffnung gegeben. Das zweite Lied das wir auswählten, brachte meine Mama zum weinen. Leona Lewis - Run. Mein Bruder nahm sie in den Arm und ich versuchte meine Tränen zu unterdrücken. Wenn meine Mama weint muss ich auch weinen. Sie ist eben meine Mama und die will man nicht so leiden sehen. Das dritte Lied war Sido - Einer dieser Steine, es erklärt für uns quasi wie wir uns vor Leanas "Dasein" gefühlt haben und wie viel sich zum Positiven entwickelt hat nach dem wir von unserer Prinzessin erfahren haben. Wir waren nur einer dieser Steine. Während wir die ganzen Lieder hörten, sagte ich zum meinen Freund: "Donnerstag wird der schlimmste Tag in meinem Leben, wir müssen unser Kind zu Grabe tragen." Er sagte zu mir: "Nein Schatz der schlimmste Tag, war als Leana gestorben ist." Er hatte so Recht! Und es gab mir komischer Weise ein bisschen Trost. Das vierte Lied was uns sehr viel Hoffnung schenkte während wir es hörten war Söhne Mannheims - Das hat die Welt noch nicht gesehen. Ich lasse es mal so stehen. Ich finde das spricht für sich. Vielleicht einfach mal anhören. Zum Schluss legten wir die Reinfolge fest. 1. Waves 2. Einer dieser Steine 3. Das hat die Welt noch nicht gesehen 4. Run Wir überlegten uns ein fünftes Lied, welches wir über unsere Blutooth-Box auf dem Weg zum Grab abspielen wollten (River flows in you Twilight Piano Theme HD) Mein Bruder übernahm das. Wenn ich jetzt an diesen Tag denke, fühle ich mich gut. Wir haben schöne Lieder ausgesucht und es war ein gutes Gefühl mal wieder zu sehen wie sehr meine Familie für mich da war/ist. Morgen werde ich weiter schreiben! Es tat mal wieder sehr gut etwas zu schreiben und sich so bewusst mit dem Thema zu beschäftigen. Ich denke jeden Tag an meine Maus und spreche auch mit ihr, mehr in Gedanken, aber ich weiß das sie da ist. Man muss die Trauer auch zulassen, man darf sich allerdings nicht von ihr runter ziehen lassen. Ich bedanke mich fürs Lesen. Viele Grüße

29.7.14 19:19, kommentieren

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Die Tage danach...

Also, wo war ich stehen geblieben... Genau wie habe ich die Nacht nach dem Tod meiner Tochter verbracht?! Wir haben sehr viel geweint, so sehr das meine Augen weh taten, so sehr das die Haut um meinen Augen wund wurde, durch das ständige Tränen weg wischen. Ich habe meinen Papa (damit sind dann immer meine Pflegeeltern gemeint) angerufen als die Polzei noch da war... Er ist sofort ans Handy gegangen, es war c.a.... ich hab keine Ahnung wie spät es war... Was interessiert einen auch die Uhrzeit?! Er hat gesagt das sie sofort kommen. Er war mit seiner Freundin im Urlaub. Dann hab ich meine Mama angerufen (auch sie war mit ihrem Freund im Urlaub) Sie wusste nicht was sie sagte... Sie sagte sie würde Montag dann mal vorbei kommen... :D Ja nee ist klar... Sie war so geschockt das sie nicht denken konnte...Sie konnte es nicht fassen. Natürlich hat sie mich dann angerufen und auch Sie ist sofort los gefahren. Mein Freund versuchte zu schlafen... ich war nur leer... ich hab vor mich hin gedöst...und die Gedanken flogen in meinem Kopf umher... Was machen wir jetzt? Wie soll ich das allen sagen ohne jedesmal zusammen zu brechen? Und dieses große Wort WARUM? Ja warum? Warum Ich? Warum wir? So ging das bis 6.30 Uhr. Ich hatte mir den Wecker stellt obwohl ich eh nicht schlief. Ich musste den Chef von meinem Freund anrufen, aber ich konnte nicht... ich rief die Schwester von meinem Freund an. Ich bekam kein Wort raus... wieder Tränen Unmengen von salzigem Wasser... Sie sagte das sie und ihre Mama kommen würden so schnell es geht. Ich rief meinen Bruder an... er war noch halb am schlafen... und dann sofort wach. Er machte sich sofort auf den Weg zum Bahnhof und war als erstes da. Auch seine Freundin kam. Endlich war jmd da (mein Freund schlief noch), ich erzählte die Geschichte...und ich erzählte sie nochmal und nochmal...jedes Mal wieder wenn jmd kam. Ich wollte sie nicht erzählen, denn mit jedem Mal wurde es mehr und mehr Realität, dass wollte ich doch nicht!! Mein Bruder und mein Papa regelten alles nebenher, mein Papa räumte ein bisschen auf. Mein Bruder kümmerte sich um das Formelle. Die Mama von meinem Freund und seine Schwester kamen, sie hat ihn in den Arm gebommen. Und er hat geweint. ( Er weint sonst nie!) Ich glaube aber das war sehr wichtig für ihn. Nein... ich weiß es! Er legte sich wieder schlafen. Die Polzei kam, bzw die Kripo. Sie teilten uns die Obduktionsergebnisse mit. Plötzlicher Kindstod... Kerngesund, super Pflegezustand, gut ernährt. .. Äh haben sie etwas anderes erwartet? Ich weiß sie machen nur ihren Job aber es hat mich so fertig gemacht. Es war gut das sie da waren und uns gesagt haben, dass es nicht unsere Schuld ist und das man an Leana sieht wie sehr sie geliebt wurde. Wir planten die Beerdigung, ich suchte einen Bestatter aus. Ich kannte sogar einen. Dort hatte ich mich von einem Schulkameraden verabschiedet, der verunglückt war. (*die Gedanken werden auch immer bei ihm sein*) Ich wusste das sie da einen Abschiedsraum hatten und man jeder Zeit in diesen Raum gehen konnte. Das wollte ich. Natürlich wollte ich das!! Wir mussten nicht viel auswählen, ich hatte auch keine Lust dazu! Der Bestatter war gut, er hatte quasi schon etwas zusammen gestellt und schlug uns Dinge vor und erklärte alles. Er hat einen sehr guten Job gemacht!! Abends waren wir Leana besuchen. Mit meine besten Freund und meiner Freundin. Wie schlimm es war... sie sah aus wie eine kleine Puppe. Sie hatte die Sachen an, die wir dem Bestatter mit gegeben haben und war mit ihrer Decke zugedeckt. (Ich hatte sie in der Schwangerschaft für sie gehäckelt) Wir mussten alle weinen... schon wieder! Es nervte mich langsam... Danach sind wir zu einem Freund und meine Freundin hat uns danach nach Hause gefahren. Ich hatte immer noch nichts gegessen. Und an Schlaf war nicht zu denken... Hier mache ich dann erstmal wieder ein Cut und schreibe dann nächstes Mal weiter. Ich kann nicht alles auf einmal schreiben... es kostet so viel Kraft diese Zeilen zu tippen und doch ist es hinter her wahnsinnig erleichternd. Ich bedanke mich fürs Lesen!

22.7.14 21:40, kommentieren